Von stempelnden Lehrern und Investitionen in Sachen Bildung

Frontal21 berichtete am 03.06.08, Aushilfslehrer würden in einigen Bundesländern nur berfristet eingestellt, über die Sommerferien müssten sie Hartz IV beantragen.

So wurde eine 7.Klasse vorgestellt, die in 2 Jahren 4(!) verschiedene Klassenlehrer hatte, eben aufgrund dieser Regelung.
Die betroffenen Bildungsministerien begründeten dies wenn überhaupt nur mit Kostenersparnissen.

Eine Expertin rechnete für 5.000 angenommene Fälle 17 Millionen Euro aus, die vom Sozialstaat getragen werden - und die die Bildungsministerien sparen.

Doch soll nicht schon seit Jahren in Bildung investiert werden? Was für eine Konsequenz beim Verbessern des Bildungssystems ist das, wenn man bei PISA um jeden Preis gut abschneiden möchte, dafür Schüler in nahezu jeder Schulstufe großen Vergleichstests unterzieht, aber im selben Zuge die Schulzeit für Abiturienten von 13. auf 12 jahre reduziert, Lehrer/innen wie Leiharbeiter behandelt?

Wie soll die Qualität des Unterrichts steigen, wenn man sich im Sommer fragen muss, ob man überhaupt neu eingestellt wird und sich nebenbei noch Arbeitsmaßnahmen unterziehen muss? Worauf soll man sich als Lehrer vorbereiten, wenn man nicht weiß, wo man unterkommt? Welche Konsquenz sollen Jugendliche aus dieser Inkonsequenz ziehen, wenn gerade erst kennengelernte Lehrer/innen schon wieder von der Bildfläche verschwinden?

Eine (notwendige) Verbesserung des Bildungssystems, welche sich nahezu auch jede Bundes- und Landtagsregierung auf die Fahnen schreibt, kann nicht nur durch verschärfte Testverfahren und mehr Inhalt (Quantität) in weniger Zeit (G7) geändert werden, sondern muss auch durch ein konstantes/stabiles Umfeld für Lehrer wie für Schüler gesichert werden. Ebenso muss ein der veränderten Bedingungen angepasstes Unterrichtsmodell nicht eben halbgar und Stück für Stück umgesetzt werden, sondern es sollte vorausgeplant und als Ganzes sofort umgesetzt werden. Erst damit schneidet man bei PISA besser ab - mit der derzeitigen Umsetzung schafft man sich vor allem eines: "Verlierer" der Zukunft. Denn in derartiger Unsicherheit zu lernen, ist sicherlich anderes als vorteilhaft auf dem Weg zum Schulabschluss und allem was danach noch kommen mag.

So sollten sich die Bildungsminister auch die Frage stellen, welche Schulnote würden sie wohl verdienen?

Im Augenblick sieht es nach Nachsitzen aus.



4.6.08 15:48

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